Über das Projekt2019-01-14T14:34:13+00:00
Über das Projekt

Trotz aller Fortschritte stellt die Luftverschmutzung auch im 21. Jahrhundert noch ein enormes Gesundheitsrisiko dar. Allein durch Feinstaub sterben in Deutschland laut Umweltbundesamt jedes Jahr über 40.000 Menschen, die Zahl der Neuerkrankungen geht in die Hundertausende. Ziel von SAUBER ist es, die in der Praxis bislang kaum genutzten Daten und Services des Raumfahrtprogramms Copernicus zu erschließen und in digitale Dienste für eine nachhaltige Stadt- bzw. Regionalentwicklung zu überführen. SAUBER wird dabei nicht nur einen flächendeckenden wie detaillierten Überblick über die aktuelle, sondern dank des Einsatzes Künstlicher Intelligenz auch Prognosen und Simulationen der zukünftigen Luftqualität bieten. So lassen sich z.B. besonders stark belastete bzw. gefährdete Gebiete im Vorhinein identifizieren. Dadurch ist es möglich, die drohende Luftverschmutzung durch vorausschauende Planungen oder schnelle Gegenmaßnahmen zu reduzieren, ggf. sogar zu vermeiden. SAUBER geht damit deutlich über die bestehende Informationssysteme hinaus. Sie beruhen in aller Regel nur auf den (extrapolierten) Daten punktueller Messungen und sind deshalb als Basis für ganzheitliche Strategien zur Luftverbesserung zu feingranular. Dagegen erlauben es die jüngst gestarteten Satellitenmissionen Sentinel-2, Sentinel-3 und Sentinel-5P, Luftschadstoffe wie z.B. Stickstoffdioxid, Feinstaub oder Schwefeldioxid flächendeckend in bislang unerreichter Qualität und Auflösung aus dem Orbit zu erfassen. Diese Satellitendaten werden mit weiteren (aktuellen und historischen) Daten ‑ z.B Wetter-, Verkehrs-, Infrastruktur-, Topographie- oder lokale Messdaten ‑ veredelt, um die relevanten Einflussgrößen der Luftverschmutzung zu erfassen und zugleich die Detailgenauigkeit zu erhöhen. SAUBER nutzt dabei vor allem Open Data und wird im Gegenzug geeignete Daten bzw. Services über die mCLOUD, den MDM und CODE:DE Dritten als Open Data zur Verfügung stellen.

Das Projekt ist offiziell am 1. Oktober 2018 gestartet und dauert drei Jahre. Konsortialführer ist die Software AG. Weitere Forschungspartner sind die geomer GmbH und das Start-up
meggsimum als ihr Unterauftragnehmer aus der Metropolregion Rhein-Neckar, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt, das Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut, das Institut für Informationssysteme der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hof sowie das Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung (Ökologische Stadtplanung).